Exklusives Telekom-Vectoring vor Prüfung

Die EU-Kommission plant Digitalkommissar Günter Oettinger zufolge ein intensives Prüfverfahren bezüglich des exklusiven Telekom-Vectoring. Die Deutsche Telekom AG wird einem Bericht des „Handelsblatt“ nach keine zeitnahe Zustimmung zu ihrem exklusiven Vectoring erhalten. In einem offenen Brief hatten sich 13 EU-Abgeordnete an Oettinger gewandt, weil sie mit dem Telekom-Vectoring eine Remonopolisierung befürchten.

Am heutigen Dienstag entscheidet die EU-Kommission über Bedenken bezüglich dem Exklusiv-Vectoring des Bonner Konzerns. Wenn ein intensives Prüfverfahren eingeleitet wird, dann könnte sich die Entscheidung um vier Monate verschieben und aus diesem Grund forderte Telekom-Chef Timotheus Höttges mit dem Finanzvorstand Thomas Dannenfeldt die EU zu einer schnellen Entscheidung auf.

Nach den Plänen der Telekom sollen 8000 Hauptverteiler mit Vectoring-Technik ausgerüstet werden. Rund 80 Prozent der Haushalte sollen dem Ex-Monopolisten nach dadurch mit einem Breitbandzugang von bis zu 100 Megabit Bandbreite versorgt werden können. Die Konkurrenten der Telekom kritisierten dies enorm und sehen darin eine Rückkehr des Monopols des Bonner Konzerns auf dem deutschen Breitbandmarkt.

Wie Berechnungen der VATM ergeben haben, beläuft sich die Breitbandversorgung in Deutschland durchschnittlich auf 85 Prozent, aber in den ländlichen Regionen sei die Lage deutlich schlechter. Das exklusive Vectoring würde der Telekom zufolge bis Ende 2018 sechs Millionen Haushalte mit Breitbandzugängen versorgen. Der reguläre Breitbandausbau würde ohne Fördermittel erfolgen. Das Vectoring wird im Gegensatz zur Glasfasertechnologie als nicht zukunftssicher eingestuft, weil vor allem die Bandbreite begrenzt ist.

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