Fast jeder Deutsche besitzt ein Handy oder Smartphone. Unterwegs leistet es uns gute Dienste, lässt uns aber auch zuhause nicht im Stich. Ebenso groß wie die Auswahl des Smartphones selbst, ist das Angebot an Handyverträgen.

Was ist typisch für eine Handynutzung mit Vertrag? Worauf ist zu achten, wenn man einzelne Anbieter miteinander vergleicht? Welche Unterschiede gibt es zwischen Vertrag und Prepaid? Diesen und weiteren Fragen werden wir in unserer FAQ gezielt nachgehen.

Was ist typisch für ein Handy mit Vertrag?

Es gibt viele Dinge, die einen Vertrag von einem Prepaid-Tarif unterscheiden. Wir stellen Ihnen die zwei elementarsten vor.

• Neues Smartphone inklusive:
Die meisten, die sich für die Vertrags- und gegen die Prepaid-Variante entscheiden, tun dies aus einem einfachen Grund: Sie möchten gleich das aktuellste Smartphone mit erwerben. Diesem Wunsch kommen immer mehr DSL- und Telefonie-Anbieter nach. Passend zum Vertrag gibt es für einen kleinen monatlichen Aufpreis auch gleich noch ein neues Handy dazu. Sobald die Vertragslaufzeit von meistens 24 Monaten abgelaufen ist, geht das Handy komplett in den Besitz des Kunden über. Bis dahin könnte man die monatlich zu entrichtende Extra-Gebühr als eine Art Miete für das Handy ansehen. Zwar gibt es auch Prepaid-Tarife mit Handy, doch die Auswahl an Anbietern sowie Handys ist hier deutlich geringer.
• Die Mindestvertragslaufzeit:
Das ist jedoch nicht das einzige Charakteristikum für einen Telekommunikationsanbieter, der sich auf Verträge spezialisiert hat. Auch die Mindestlaufzeit ist typisch für so genannte Vertrags-Flatrates. Je nach Anbieter und Tarif liegt die Vertragslaufzeit üblicherweise zwischen 12 und 24 Monaten. Danach gibt es häufig eine dreimonatige Kündigungsfrist. Wer das nicht möchte, hat auch die Möglichkeit, auf Angebote ohne festgelegte Mindestlaufzeit zurückzugreifen. Allerdings sind bei diesen Angeboten die monatlichen Grundgebühren höher.

Welche Unterschiede gibt es zwischen Vertrag und Prepaid?

Nicht jeder ist sich von Anfang an sicher, ob er sich für Prepaid oder für einen Vertrag entscheiden soll. Nur dann, wenn man sich intensiv mit den Unterschieden dieser beiden Modelle auseinandersetzt, kann man eine für sich zufriedenstellende Entscheidung treffen. Wir zeigen Ihnen, worin die Unterschiede liegen. So bekommen Sie die Möglichkeit, nach individuellen Gesichtspunkten abzuwägen, welche Variante die für Sie geeignetste ist.

• Flexibilität:
Ein großes Unterscheidungskriterium, das viele immer wieder anführen, wenn es um Prepaid und Vertrag geht, ist die Vertragslaufzeit. Dass es diese jedoch nur bei einem Handyvertrag gibt, ist ein Irrglaube. Je nach Anbieter und gewähltem Tarif kann auch das Prepaid-Modell an eine feste Laufzeit geknüpft sein. Wer das nicht möchte, sollte sich im Bereich Prepaid nach einem Anbieter sowie einem Tarif umsehen, bei dem eine monatliche Kündigungsmöglichkeit besteht. Bei einem Handyvertrag hingegen ist die Mindestvertragslaufzeit eine fest definierte Größe. Aber auch hier gibt es Unterschiede. Von 6 Monaten über 12 Monate bis hin zu 24 Monaten ist alles möglich.
Vorsicht: Es kann sein, dass sich der Handyvertrag um ein weiteres Jahr verlängert, sofern dieser nicht rechtzeitig gekündigt wird!
→ Fazit: In Sachen Flexibilität geht der Punkt eindeutig an das Prepaid-Handy.

• Kosten:
Ein Punkt, der beim Vergleich der beiden Abrechnungsmodelle nicht unberücksichtigt bleiben darf, ist der Kostenfaktor. Wo man günstiger telefoniert, simst und surft hängt hauptsächlich vom eigenen Nutzungsverhalten ab. Braucht man sein Handy relativ selten, macht ein Vertrag wenig Sinn. Immerhin erfordert dieser eine monatliche Grundgebühr, unabhängig davon ob das Smartphone genutzt wird oder nicht. Beim Prepaid-Handy entstehen hingegen nur dann Kosten, wenn das Handy wirklich genutzt wird. Natürlich gibt es auch hier Ausnahmen, wie Prepaid-Flatrates, bei denen ebenfalls ein fester Betrag entrichtet werden muss. Vor Augen halten muss man sich außerdem, dass die einzelnen Tarife beim Prepaid meistens günstiger als in einem Vertrag sind. Demjenigen, der jedoch häufig telefoniert, simst und surft, nutzt das wenig. Er ist mit einer Flatrate meistens besser beraten.
→ Fazit: Ob die Kosten bei einem Vertrag oder einem Prepaid-Tarif niedriger gehalten werden können, hängt immer vom individuellen Nutzungsverhalten ab. Zudem spielt eine Rolle, ob man sich für einen normalen Tarif oder für eine Flatrate entscheidet.

• Anbieterbindung:
Vertragskunden sind über einen bestimmten Zeitraum fix an ihren gewählten Anbieter gebunden. Anders sieht dies bei einem Prepaid-Anbieter aus. Sofern hier kein Tarif mit einer Mindestlaufzeit gewählt wurde, kann man sich jederzeit für einen neuen Anbieter entscheiden.
→ Fazit: Ein Vertrag ermöglicht keinen schnellen Anbieterwechsel, was in diesem Fall für das Prepaid-Modell spricht.

• Bonität:
Wann immer man einen Vertrag abschließt, findet eine Bonitätsprüfung statt. Der jeweilige Vertragspartner holt Informationen über das bisherige Zahlungsverhalten ein. Sofern es darum in der Vergangenheit nicht ganz so gut bestellt war, kann sich dies negativ auf den potenziellen Kunden auswirken. Unter Umständen bleibt ihm der Vertragsabschluss verwehrt. Das gleiche trifft auf einen Handyvertrag zu. Wer diesbezüglich also Bedenken hat, ist mit einem Prepaid-Tarif besser beraten.
Vorsicht: Bei Prepaid-Anbietern, die eine Mindestvertragslaufzeit festlegen, kann im Vorfeld ebenfalls eine Bonitätsprüfung stattfinden.
→ Fazit: Während die Bonitätsprüfung bei einem Vertrag absolut typisch ist, kann der Prepaid-Vertrag eine Ausnahme darstellen – je nach Tarifmodell und Anbieter.

• Bequemlichkeit:
All diejenigen, die schon einmal einen Prepaid-Tarif genutzt haben, wissen, dass eine gewisse Verantwortung damit einhergeht. Ein Prepaid-Handy ist alles andere als bequem. Vergisst man, sein Guthaben rechtzeitig aufzuladen, steht man im Ernstfall ohne einsatzfähiges Handy da. Das kann bei einem Vertrag nicht passieren. Da der Kunde seinem Nutzungsverhalten entsprechend monatlich seine verursachten Kosten begleicht, wird er niemals ohne Guthaben dastehen.
→ Fazit: Ein Vertrag ist deutlich bequemer, da man nicht immer daran denken muss, sein Guthaben aufzuladen.

• Kostenkontrolle:
Eltern entscheiden sich nicht ohne Grund dafür, ihrem Sprössling ein Prepaid-Handy zu schenken. Nur dann, wenn die im Handy befindliche SIM-Karte mit Guthaben aufgeladen wird, kann telefoniert, gesimst und gesurft werden. Das bietet eine gewisse Kostenkontrolle. Dem gegenüber steht der Vertrag. Da es hier üblicherweise kein Limit gibt, kann es zu einer unerwartet hohen Rechnung kommen, wenn man den Überblick über sein Telefonier- und Surf-Verhalten verliert.
→ Fazit: Wer bei einem Vertrag ein gewisses Maß an Kostensicherheit haben möchte, sollte nach einem Anbieter Ausschau halten, der eine Kostenkontrolle anbietet. Typisch für diese ist, dass der Kunde nur bis zu einem vorher festgelegten Limit Kosten verursachen kann.

Anhand dieses detaillierten Vergleichs wird deutlich, dass die Frage, ob Vertrag oder Prepaid, nicht pauschal beantwortet werden kann. Beide Tarif-Arten haben sowohl Vor- als auch Nachteile. Umso wichtiger ist es, sein eigenes Nutzungsverhalten in die Überlegungen mit einfließen zu lassen. Handy-Verträge lohnen sich auf jeden Fall dann, wenn man Wert auf ein umfangreiches technisches Angebot sowie ein bezuschusstes Handy legt.

Worauf ist bei der Wahl eines Vertragsanbieters zu achten?

Anbieter von Smartphone-Verträgen gibt es mittlerweile zuhauf. Was eigentlich für mehr Flexibilität und Auswahlmöglichkeit sorgen sollte, führt bei vielen dazu, dass sie überfordert sind. Dabei ist es gar nicht so schwer, den am besten zu einem passenden Handyvertrag zu finden – vorausgesetzt man weiß, worauf man achten sollte.

Die einzelnen Telekommunikationsbieter auf dem Markt stehen in großer Konkurrenz zueinander. Hiervon kann man auf jeden Fall profitieren. Von Zeit zu Zeit gibt es Sonderangebote, Rabatte und Gratis-Zugaben, die von der Konkurrenz ablenken und den Handynutzer zum jeweiligen Anbieter locken sollen. Allerdings sollte man sich von solchen Aktionen nicht blenden lassen und immer schauen, ob es sich tatsächlich um ein Sonderangebot handelt oder ob der Anbieter die für ihn höheren Kosten an einer anderen Stelle wieder auf den Kunden umlegt. Viele Sonderaktionen und Angebote gibt es meistens zum Saisonwechsel, aber auch zu Ostern und Weihnachten.

Ganz allgemein sollte man sich vor einem Vergleich der Vertragsanbieter folgende Frage stellen:

• Wie nutze ich mein Handy?

Wenignutzer:
Wer sein Smartphone nur selten zum Telefonieren benutzt und kaum SMS versendet, gehört zu den so genannten Wenignutzern. Sie nutzen das Internet über das Handy vorwiegend in der eigenen Wohnung über ihr WLAN. Unterwegs greifen sie zur Kommunikation allenfalls auf Messenger zurück. Für den Wenignutzer macht ein Handyvertrag mit Inklusivminuten und einer kleinen Internet-Flatrate Sinn.

Normale Nutzer:
Normale Handynutzer nehmen ihr Smartphone überall mit hin und nutzen dieses auch ausgiebig zum Surfen und Telefonieren. Sie sind mit einer Allnet-Flatrate im mittleren Datenvolumen-Bereich gut beraten.

Vielnutzer:
Eine Allnet-Flatrate mit einem hohen Datenvolumen kommt hingegen infrage, wenn das Smartphone als Ersatz für den normalen Festnetzanschluss genutzt wird. Aber auch diejenigen, die häufig mobil surfen, sind mit einem solchen Tarif besser beraten.

Daneben sollten auch weitere Faktoren bei der Entscheidungsfindung berücksichtigt werden. Einer dieser Faktoren betrifft die Vertragslaufzeit. Liegt diese besonders hoch, büßt man an Flexibilität ein, erhält jedoch meist auch die Möglichkeit, seine monatliche Grundgebühr zu drosseln. Ein ganz großes Entscheidungskriterium ist natürlich immer auch die Ausfallsicherheit und die regionale Abdeckung. Mittlerweile haben sich die großen Telekommunikationsunternehmen zwar auf ganz Deutschland spezialisiert und ihr Netz entsprechend ausgebaut. Doch in eher ländlichen Gegenden sind manche Netze weniger stark. Vor allem dann, wenn man erst spät merkt, dass das gewählte Netz im eigenen Wohnort eher schlecht ausgebaut ist, ärgert man sich über einen 2-Jahres-Vertrag. Dem sollte man durch einen vorherigen Check unbedingt entgegensteuern.

Erst dann, wenn man weiß, welche individuellen Kriterien man für sich selbst definiert, kann die eigentliche Suche nach einem Vertragsanbieter beginnen. Unsere Übersicht über die einzelnen Anbieter hilft Ihnen dabei, einen Vertrag zu finden, der Ihre gesetzten Kriterien erfüllt.