Die neue Technologie – Gemeinsam LTE-Netze nutzen

Wissenschaftler des Fraunhofer Institutes für Nachrichtentechnik in Berlin entwickelten neue Technologien, mit deren Hilfe es möglich werden soll, noch größere Datenmengen durch das Mobilfunknetz LTE zu transportieren. Wissenschaftliche Studien haben ganz klar gezeigt: Mit der immer stärkeren Ausbreitung und der hohen Nutzerakzeptanz von sogenannten Tablet PC’s und Smartphones, stieg das Datenvolumen allein im letzten Jahr um mehr als 80 Prozent. Ein Ende dieser Entwicklung ist noch lange nicht in Sicht und macht neue technische Lösungen dringend erforderlich. Forscherteams haben sich dieser Tatsache gestellt und wollen mit einem neuen Standard für das LTE Mobilfunknetz, dieser enormen Datenzunahme Rechnung tragen.

LTE soll in erster Linie Signallaufzeiten verkürzen und damit höhere Datenraten ermöglichen. Die Provider begrüßen und diesen Fortschritt und sicherten ihrerseits Unterstützung zu. Ohne diese neue Technologie müssten unverzüglich zusätzliche Basistationen eingerichtet werden, um entsprechend mehr Sende- und Empfangskapazitäten bereitstellen zu können. Dieser Neubau kostet jedoch jede Menge Zeit und die Kosten würden für die Nutzer explodieren.

Anders mit LTE: Bei Frequenzgleichheit unmittelbar benachbarter Stationen, gelingt eine relativ einfache Netzverdichtung. Hierfür fanden die Forscher des Heinrich Hertz Institutes in Berlin eine Lösung. Würden mehrere Betreiber ihre Frequenzen miteinander teilen, könnten alle beteiligten Parteien die bestehenden Anlagen quasi gemeinsam nutzen. So wäre es beispielsweise denkbar, dass ein Hamburger Kunde eine Thüringer Basisstation verwendet und umgekehrt.

In Expertenkreisen wird dieses Vorgehen LTE Spectrum Sharing genannt. Die durch die neue Technologie zu erwartende Kostenersparnis ließe sich eventuell auf weitere Bereiche ausdehnen. So könnten mit LTE recht unkompliziert derzeit bestehende Versorgungslücken, vor allem in ländlichen und abgelegenen Gebieten schneller geschlossen werden. Im städtischen Umfeld könnten sich die Netzkapazitäten etwa verdoppeln, ohne dass zusätzliche Antennen installiert werden müssten. Das neue System ist für die Ballungsgebiete vor allem in den Spitzenzeiten interessant. Frequenzanteile wären dann nämlich sozusagen „ausleihfähig“ und könnten sofort die Bandbreite vergrößern. Schlechter Empfang ließe sich durch die kurzzeitige Mitnutzung des jeweiligen Partnernetzes kompensieren.

Das LTE Spectrum Sharing würde außerdem eine dezentrale Verteilung der Frequenzhoheit ermöglichen. Die Betreiber sind auf bestimmte Informationen bezüglich Kanalgüte und Verkehrslast dringend angewiesen. Diesen Informationsaustausch könnten die externen Stellen im günstigsten Fall gleich mit übernehmen. Die erste praxisnahe Vorstellung der neuen Technologie ist auf dem MWC in Barcelona, Ende Februar geplant.

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