Acer Iconia Tab W700

Im Jahr 2012, genauer gesagt auf der damaligen IFA im September, hat Acer das Iconia Tab W700 erstmals vorgestellt und im Dezember vereinzelt auf den Markt gebracht. Reibungslos verlief der Verkauf jedoch nicht, da zum einen kaum ein Shop das Gerät auf Lager hatte und zum anderen einige Probleme bei dem Tablet selbst aufgetaucht sind. Inzwischen gibt es jedoch eine Art Neuauflage.

Man muss einfach zugeben, dass das W700 im Moment das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bei Windows 8 Geräte besitzt. Ob dieser Umstand das Tablet jedoch auch wirklich gut macht, zeigt euch unser Test.

Hardware

Kompakt oder mobil würden wir das Iconia Tab W700 wohl nicht bezeichnen. Das 11,6 Zoll große Display und die Notebook-ähnliche Ausstattung lassen dies aber auch nicht wirklich vermuten. So besitzt das Acer Tablet Ausmaße von 295 x 191 x 11.9 mm und ist mit einem Gewicht von rund 950 g auch relativ schwer. Dafür lässt sich das Tablet jedoch wirklich als vollwertiger Ultrabook Ersatz nutzen. Mit dem mitgelieferten Case kommt man übrigens auf rund 1,5kg Gesamtgewicht.

Die Verarbeitung des W700 lässt wohl keine Wünsche offen. Wir waren regelrecht begeistert, denn Acer setzt bei dem Tablet auch hochwertiges Aluminium, durch welches das Gerät sehr solide wirkt. Die Rückseite besteht zwar aus einer weißen, schmalen Kunststoffabdeckung, welche jedoch ebenfalls ins Gesamtbild passt.

Die meisten der verschiedenen Anschlüsse befinden sich an den beiden Seiten des Tablets. Auf der linken Seite befinden sich dabei eine Benachrichtigungsleuchte, ein vollwertiger USB 3.0 Anschluss, ein microHDMI-Ausgang und der Strom Anschluss. Rechts wurden der Standby-Button, die Lautstärkeregler und der Audio-Anschluss verbaut. Auf der Unterseite findet man die die zwei Lautsprecher und ein Mikrofon. Oben gibt es noch Schlitze für die Lüfter ein einen Regler für die Bildschirm-Rotationssperre.

Eine Möglichkeit zur Speicherplatzerweiterung bietet das Acer Iconia Tab W700 leider nicht. Natürlich kann ein USB-Stick oder eine externe Festplatte an den USB-Port angeschlossen werden, jedoch eignet sich dies eigentlich nur als Notlösung und nicht für den dauerhaften Einsatz. Warum sich Acer gegen den Einbau eines microSD-Kartenslots entschieden hat wissen wir leider nicht und unserer Meinung nach gibt es dafür auch eigentlich keinen sinnvollen Grund.

In einigen früheren Berichten konnte man über starke WLAN Probleme lesen, durch die das W700 die Verbindung zum Router verlieren konnte. In der neueren Variante gibt es diese Probleme jedoch scheinbar nicht mehr. Zumindest verlief unser Test dahingehend durchaus positiv.

Zu den Lautsprechern gibt es nicht viel zu sagen. Diese bieten einen ziemlich guten, wenngleich nicht perfekten Klang. Im mobilen Bereich gibt es etliche Geräte die besser klingen. Auch ist die Position an der Unterseite nicht ideal, zumindest wenn man das mitgelieferte Smart Case benutzen möchte.

Die Kamera auf der Rückseite löst mit 5 Megapixel auf und eignet sich wie üblich lediglich für gute Schnappschüsse. Auch nimmt sie Videos in Full HD Auflösung auf.

 

 

Das Display

Das Display des Acer Iconia Tab W700 basiert auf der IPS-Panel Technologie und besitzt eine Größe von 11,6 Zoll. Die Auflösung beträgt dabei 1920 x 1080 Pixel, sprich Full HD. Im Großen und Ganzen macht das selbstbenannte CineCrystal Display einen durchaus guten Eindruck.

Die Farbdarstellung ist satt und auch die Betrachtungswinkel sind angenehm hoch. Das hat uns jedoch nicht überrascht, da das bei den meisten IPS-Displays selbstverständlich ist. Auch die Helligkeit sollte mit 350 Nits für die meisten Fälle ausreichend hoch sein. Mit dem Display, genauer gesagt mit dem Clear Type HD Display, des Microsoft Surface Pro kann das W700 jedoch nicht mithalten. Das Surface Pro besitzt einen besseren Kontrast und Weiß wird zudem natürlicher dargestellt. Auch lassen sich bei schwarzen Hintergründen auf dem Display des W700 Lichtunebenheiten erkennen.

Die Full HD Auflösung des W700 macht sich besonders bei Texten bemerkbar. Die hohe Auflösung hat aber nicht nur Vorteile. So ist es leider wie beim Surface Pro der Fall, dass diese die Bedienung im herkömmlichen Desktop-Modus stark erschwert. Acer liefert wohl auch aus diesem Grund das Tablet standardmäßig mit der maximalen Zoom-Stufe von 150% aus. Beim Anschließen eines externen Monitors wird diese Zoom-Stufe beibehalten, obwohl sie in diesem Fall nicht mehr nötig wäre. Einen Stylus besitzt das Acer W700 nicht und die Bedienung mit einem Stylus für kapazitive Display kann die Bedienung des Tablets zwar erleichtern, Wunder darf man aber keine erwarten. Ohne Digitizer ist ein Stylus mehr Spielerei als Nutzen. Bei unserem Testgerät konnten wir mehrmals feststellen, dass der Touchscreen auf die Eingabe nicht reagiert hat. Dies dürfte jedoch lediglich ein softwareseitiges Problem sein und durch ein Update behoben werden. Richtig störend ist dieser Umstand sowieso nicht.

 

 

Performance

Von der Ausstattung her ähnelt das W700 mehr einem Ultrabook als einem Tablet. Das ist zum einen natürlich dem Intel Core i5 Dual Core Prozessor der 3. Generation, als auch den 4GB RAM und der schnellen SSD zu verdanken. So bietet das Acer Tablet ein flüssiges Windows 8 und auch rechenintensivere Programme lassen sich ohne Probleme ausführen. Überrascht hat uns, dass selbst Spiele wie Diablo 3 und Co. zumindest in den niedrigsten Einstellungen durchaus spielbar waren. Ruckler gab es dabei keine.

Auch kann man durchaus von einem sehr schnellen Bootvorgang sprechen, denn das Tablet fährt in rund 8 Sekunden hoch, aus dem Stand-by benötigt es rund 2 Sekunden. Man merkt deutlich, dass hier die Vorteile eines vollwertigen Windows-PCs und eines Tablets gut kombiniert wurden. Unter anderem kann man das der schnellen 128GB SSD verdanken, welche eine Lesegeschwindigkeit von rund 425 MB/S bietet.

Vergleicht man die Benchmark Werte des W700 mit dem Surface Pro, so stellt man überrascht fest, dass sich diese doch stärker unterschieden. Überrascht ist man deshalb, da sie die Ausstattung nicht wirklich groß unterscheidet und man die Werte näher beieinander vermutet hätte. Das Surface Pro wirkt auch im Allgemeinen etwas schneller und auch im normalen Betrieb benötigt das Iconia Tab W700 manchmal eine Sekunde mehr, bis es reagiert.

Einen weiteren Nachteil gibt es bei solche „Ultrabook“-Tablets ebenfalls noch. Diese müssen nämlich aktiv gekühlt werden und hierbei machen sich natürlich die Lüfter bemerkbar. Abermals verglichen mit dem Surface Pro arbeiten die Lüfter nicht nur deutlich mehr, sondern sind auch etwas lauter. Selbst beim normalen Surfen oder Navigieren in der Modern UI drehen die Lüfter ungewöhnlich schnell. Leistungsintensive Programme bringen sie dann natürlich stärker und lauter zum Drehen. Nervig wird es erst, wenn man in Ruhe einen Film in Full HD genießen will. Hier könnte Acer mittels einen Update noch nachbessern und wir hoffen natürlich, dass dies auch geschehen wird.

Die Akkulaufzeit des W700 kann hingegen wieder stark überzeugen. Bei voller Helligkeit, eingeschaltetem WLAN und durchgehender Videowiedergabe kamen wir auf eine Laufzeit von rund 6,5 Stunden. Mit angepassten Einstellungen kann man hier sicher noch eine längere Laufzeit erreichen.

 

 

Windows 8

Als Betriebssystem kommt beim Iconia Tab W700 Windows 8 zum Einsatz. Dazu gibt es noch einige vorinstallierte Programme wie die Acer Ring UI. Diese Ring UI lässt sich durch Zusammenziehen von fünf Fingern öffnen. Dadurch bekommt man eine Art Schnellzugriff auf verschiedene Programme von Acer.

 

 

Smart Case

Direkt im Lieferumfang des W700 enthalten ist das Case mit einer Bluetooth-Tastatur. Der Preis klingt dabei wohl zu gut und das merkt man dem Smart Case leider auch an. Die Verarbeitung lässt etwas zu wünschen übrig und auch die Tastatur selbst ist nicht optimal.

Damit das Tablet in dem Smart Case bleibt gibt es eine Silikon-Halterung, welche jedoch nicht wirklich passgenau und ziemlich starr ist. Die dazugehörige Tastatur wird mittel mitgeliefertem microUSB-Kabel geladen, welches direkt an den Tablet angeschlossen werden kann. Somit muss man die Tastatur in der Theorie nicht extern aufladen. Leider sind die Tasten sehr schwergängig und von einem optimalen Druckpunkt fehlt jede Spur. Ein Touchpad gibt es übrigens auch keines.

Fazit

Für einen Preis zwischen 699 Euro und 800 Euro bekommt man ein ziemlich gutes Windows 8 Tablet mit einem ebenfalls guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Ausstattung kann sich sehen lassen und die Verarbeitung des Tablets selbst ist ebenfalls top. Die positive Meinung wird etwas durch das schlechte Smart Case bzw. die Tastatur und die noch zu lauten Lüfter getrübt.

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Eigenschaften
  • Bluetooth
  • Full HD
  • 16:9
Verfügbarkeit
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 *Preisabfrage von 15.12.2017, 05:06:26 Alle Preisangaben inkl. MwSt. 

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