Eine kurze Geschichte der schnellen Daten

80-iger Jahre – Freak-Jahre

Mit dem Atomreaktorunfall 1986 in Russland vor fast 30 Jahren begann die explosionsartige Expansion der ersten Mailboxen, die über diverse, analoge Einwählports einen Multiuser-Chat ermöglichten, wie die WDR-Mailbox, die Elsa-Mailbox oder Zerberus Mailbox und dergestalt entstanden neue kommunikative Möglichkeiten

DFÜ-Sucht, die heute unter vereinfachten Konditionen zur Internetsucht konvertiert ist, soll es auch damals bereits in einigen Studentenwohnheimen der Elektrotechnischen Fakultät gegeben haben; dort wurde dann auch die Übertragungssoftware für ihre 300-baud-Modems ohne FTZ-Zulassung kurzerhand selber geschrieben. Die Einstiegsqualifikation für DFÜ in den 80-igern war mindestens mit einem Vordiplom in Elektrotechnik zu bewerten und dementsprechend war die DFÜ-Szene der 80-iger von den entsprechenden Nerds besetzt, die untereinander Scripts austauschten oder generierten. Über 0-Modem-Kabel wurden einzelne Rechner in frühen, gemeinsamen Daten-Sessions konnektiert.

Die kabellose Kommunikation per Computer war nur den Nerds vorbehalten, die in der Lage waren, einen 300-baud-Carrier pfeifen zu können. 😉

90-iger Jahre – Modem-Jahre

Erste kriechende Datenschritte wurden allerdings erst zu Beginn der 90-iger durch die Cebit einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Graphische Oberflächendesigns ermöglichten die einfache Einbindung der DFÜ und lösten das auf Zeilenbasis orientierte DOS ab.

Es wurde bunt in der frühen Internet-Szene, da die ersten VGA-Grafikkarten und Farbmonitore die Userschaft in farbenfrohe Glückseligkeit versetzte. Noch bis Mitte bzw. Ende der 90-iger Jahre hielt man diese neue Kommunikationsform per Computer für ein Spielzeug von ein paar spinnerten E-Technikern.

Besonders schlaue Nutzer verwendeten damals die erste Call-by-Call Möglichkeit, sich über kostenlose Nummern einzuwählen und wählten dazu die Installationssoftware, die kostenlos an Shell-Tankstellen verteilt wurde: die verbratenen Online-Zeiten wurden aufgrund eines Systemfehlers NIE abgerechnet und man hatte dadurch eine kostenlose Internet-Flatrate!

Der knarzend quietschende Carrier-Pfeifton mit erlösendem Connect drohte den Früh-Nerds entzogen zu werden, denn Mitte der 90-iger Jahre wurde die Datenübertragung und Telefonie mittels ISDN auch für Privatleute zu einem rasanten Erlebnis.

Ende der neunziger Jahre kam ein ISDN-Bildtelefon der Telekom auf den Markt, das über den zweiten ISDN-Kanal die visuelle Kommunikation bot. Allerdings setzte sich dieses Bildtelefon nie durch, da zu wenige Nutzer es einsetzten.

Kurz vor dem Millennium war auch „Bumm-Bumm“ Boris Becker „drin“ und machte :\> prompt Werbung dafür mit einem verzweifelten, technikfrustrierten Aufschrei als Eingabeaufforderung: „Ich will ins Internet“. Gegen Ende des vergangenen Jahrtausends erhielten die Entwicklungen einer induktiven Beschleunigung, die sich nahezu bis heute überschlägt.

2000: High-Speed-Injektion

Waren es rund 15 Jahre vor dem gefürchteten Daten-Desaster durch Kalenderumstellung auf das Jahr 0 noch 300 Baud Übertragungsgeschwindigkeit (etwa das Vierfache an Zeichen einer Tippgeschwindigkeit), die die User verbanden, startete im Jahr 2000 das Projekt „ADSL“ der Telekomiker zur Digitalisierung der User in Geschwindigkeiten, die einen Datenrausch wahr werden ließen. Stetig steigen die Datenmengen und die möglichen Geschwindigkeiten der Konnexion.

Heute herrschen anwenderorientierte “Klick-Lösungen” über IP-Anschlüsse im Full-Responsive-Multi-Media-Design, mit denen über ein neues IP (Internet-Protokoll) TV, Telefonie und Internet gemeinsam verwendet werden können. Intuitives Handling der neuen Features per Fernmacht ist bereits möglich. Der IP-Anschluss bietet die Nutzung von Mediareceivern, VoIP und Internet über eine Leitung mit besserer Übertragungsqualität als herkömmliche Anschlüsse auf analoger Basis oder ISDN.

Zukunft – quo virtualis?

Störungsfreie Primärmultiduplex Anbindungen mit einer Durchsatzrate von 24,7 Terrabyte machen Kompression durch gezippte Dokumente obsolet.

Stattdessen wird ein virtueller „Turbo-Connektor“ bei der Geburt einem jeden als cerebrale Erweiterung mittels Chip okular implantiert und nährt sich an den Abfallprodukten der synaptischen Kohärenz und Reizweiterleitungen als Energiespender.

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