Ehemaliger Telekom-Chef Obermann forciert Glasfaserausbau

Der ehemalige Telekom-Chef und jetzige Investor Rene Obermann fordert mit Stadtwerken und Beratern einen massiven Glasfaserausbau. Das Kupferkabel soll seiner Vorstellung zufolge eine geringere Rolle spielen. Bei der Glasfaser sei Deutschland seinen Angaben zufolge unterentwickelt und fordert einen Glasfaseranschluss für jeden Standort und Bauernhof. Rene Obermann ist Partner der Investmentfirma Warburg Pincus und stellte seine Forderung am Mittwoch bei einem „Wahl-Check“ zu Gigabit-Netzen der VATM in Berlin.

Ein Glasfaserausbau sei vor allem bezüglich 5G erforderlich und privates Kapital für den Aufbau von Glasfasernetzen bedeute kein Problem. Von entscheidender Bedeutung hingegen seien konkrete Kapazitäten, um Glasfaser verlegen zu können und langfristig planbare politische Rahmenbedingungen. Je geringer die superschnellen Netze reguliert würden, desto besser sei dies für private Investitionen.

Seiner Auffassung zufolge sollten Bewerber der 5G-Frequenzen nicht erneut Milliarden zahlen müssen, besser wären verbindliche Aufgaben für sie. Es führe kein Weg daran vorbei, eine Differenzierung im Netz über unterschiedliche Qualitäten zu fördern. Vor allem die Netzneutralität sieht er als Problem und Vectoring stuft er wie andere Experten als quasi technisch überholt ein.

Der Geschäftsführer der Deutschen Glasfaser Holding, Uwe Nickl, spricht sich dafür aus, dem eigenwirtschaftlichen Ausbau Vorrang vor Fördermitteln zu geben. Das Kupferkabel ist nach Ansicht zahlreicher Branchenvertreter und Experten praktisch veraltet, weshalb es früher oder später abgeschaltet werden müsse. Die Glasfasertechnologie gilt als zukunftssicher und erfordere eine stärkere staatliche Förderung.

Zur Zeit unterstützt die Bundesregierung mit dem Breitbandförderprogramm vorwiegend den Breitbandausbau per VDSL-Vectoring, von dem besonders die Deutsche Telekom AG als Marktführer profitiert.

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